Halver, 18.06.2018

Nachwuchs-Retter bergen "Opfer"

Aller guten Dinge sind immer drei – im Frühsommer 2018 auch für den Nachwuchs von Freiwilliger Feuerwehr und Technischem Hilfswerk (THW) Halver. Gemeinsam hatten die Jugendlichen bereits im Mai bei der Durchführung des Kreisleistungsnachweises der Feuerwehren geholfen und Anfang Juni einen Boots-Einsatz plus Löschangriff gefahren. Im Rahmen einer gut zweistündigen Übung galt es jetzt, vermisste Personen zu finden und zu retten.

Benjamin Fernholz, Stadtjugendwart der Freiwilligen Feuerwehr, und Matthias Nagel, Betreuer der THW-Jugend, hatten für den Abend ein anspruchsvolles Szenario entworfen. Das weitläufige Materialien-Lager des Bauzentrums Lieder an der Märkischen Straße bot den optimalen Hintergrund. Nach einer vermeintlichen Explosion war eine Person unter einem Container eingeklemmt, eine weitere im Sandhaufen-Bereich verschüttet, auf einer Dachboden-Empore lagen mutmaßlich weitere Verletzte. Rund 30 Jugendliche zwischen zehn und 18 Jahren sowie deren Betreuer gingen mit Elan und Sachverstand an die Lösung der jeweiligen, dem Alter angepassten, Aufgaben.

Neben Nutzung der Einsatzfahrzeuge-Gerätschaften (Rüstwagen und LF16/12 der Feuerwehr sowie der GKW 1 und 2 des THW) war besonders bei der Suche nach der im Sand verschütteten Person auch Muskelkraft gefragt. Zunächst einmal musste jedoch mit Peilstäben und Holzstielen erkundet werden, wo genau und in welcher Tiefe die immerhin gut 80 Kilogramm schwere Übungspuppe lag. Um ein Nachrutschen des riesigen Haufens zu verhindern, bauten die Nachwuchskräfte aus Paletten, Baustützen und Spanngurten eine Sicherungswand, ehe sie mit dem Wegschaufeln des Sandes beginnen konnten. „Gut zwei Tonnen Material haben wir dabei mindestens bewegt“, schätzte Benjamin Fernholz.

Wie mit Hilfe von Hebegeräten ein zentnerschwerer Eisencontainer hochgestemmt werden kann, um eine darunter eingeklemmte Person zu befreien, übten ebenfalls organisationsübergreifend die Jungen und Mädchen der mittleren Altersgruppe. Beim Abtransport der Übungspuppe kam ein Spin-Board zum Einsatz. Diese Flachtrage aus massivem Plastik ermöglicht es im Ernstfall Rettungskräften, selbst Menschen mit schwersten Wirbelsäulen-Verletzungen schonend vom Unfallort in einen Krankenwagen oder zur Weiterbehandlung zu bringen.

Die jüngsten Helfer wiederum bauten zwischen Hallenboden und Lagerempore aus Leiter-Elementen eine „schiefe Ebene“, über die mittels Seilen ein Schleifkorb zum Abtransport von Verletzten nach oben gezogen sowie herabgelassen werden konnte.  

„Wir sind dem Unternehmen Lieder sehr, sehr dankbar, dass wir das Gelände nutzen durften“, freuten sich am Ende des spannenden Abends Benjamin Fernholz, Matthias Nagel und Björn Clever, der als Stellvertretender Jugendleiter der Feuerwehr an der Übung teilgenommen hatte. Jetzt gelte es, die wirklich ausgezeichneten Leistungen des Nachwuchses sowie die gute Zusammenarbeit zwischen den Hilfsorganisationen zum Schutze aller Bürger noch weiter auszubauen.


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