Die Gründungsjahre, 1963–1969

Einzelheiten aus den Gründungsjahren, 1963–1969

 

Im Ortsverband Lüdenscheid mischten bereits in den 1950er Jahren unter dem Ortsbeauftragen Erich Paßmann einige sehr engagierte Halveraner Helfer mit. Unter ihnen reifte die Idee heran, einen eigenen Ortsverband in Halver zu gründen.

Ende 1963 brachte der spätere Ortsbeauftragte Max Wallbrecher die ersten Helfer zusammen: Robert Dupick, Karl-Friedrich Görges, Walter Kümper, Friedrich Müller, Manfred Paul, Manfred Ramowsky, Klaus Richter, Georg Stiller, Erich Werner und Lothar Zimmer waren als bisherige Lüdenscheider die erfahrensten Helfer. Friedrich Müller war 1962 bereits mit einer LSHD-Einheit bei der Sturmflut in Hamburg im Einsatz gewesen.

Gründung des OV Halver

Als der Ortsverband Halver am 1. Juni 1964 dann offiziell gegründet wurde, gehörten folgende Männer zum Team der ersten Stunde: Klaus Bernhardt, Robert Dupick, Gerhard Elsholz, Gerhard Erdmann, Karl-Friedrich Görges, Georg Haina, Dieter Kaczmarek, Klaus Katthage, Walter Kümper, Herbert Lilienthal, Friedrich Müller, Kurt Müller, Werner Müller, Manfred Paul, Manfred Ramowsky, Klaus Richter, Heinz Runtenberg, Rudi Schölzel, Georg Stiller, Ortsbeauftragter Max Wallbrecher, Erich Werner und Lothar Zimmer. Sie bildeten den Grundstock des neuen Bergungszuges (BZ).

Noch im selben Jahr erhielt der junge Ortsverband Halver, dem bisher nicht viel mehr als eine Schubkarre und etwas Werkzeug zur Verfügung stand, als erste Einsatzfahrzeuge zwei Mannschaftskraftwagen (MKW) und einen Gerätekraftwagen (GKW). Die MKWs waren vom Typ Hanomag AL 28, der GKW vom Typ Klöckner-Humboldt-Deutz Magirus 120 A-L D 10. Zur Ausstattung gehörten u.a. Schweißgeräte, Atemschutzgeräte, Stromerzeuger, Beleuchtungsmittel und zahlreiche Handwerkzeuge. Die khakifarbenen Fahrzeuge stammten aus Beständen des Luftschutzhilfsdiensts (LSHD) und standen schnell zur Verfügung, weil in diesen Tagen der ebenfall erst vor kurzem gestartete Ortsverband Neuenrade doch wieder aufgegeben wurde. Die Fahrzeuge wurden bei Schreiner Ertelt in der Lohstraße stationiert, wo auch dann auch Garagen geplant wurden.

Ende 1964 bezog der junge Ortsverband dann die erste Unterkunft „auf der Burg“, eine Scheune des Hofes Lemmert in Halver-Burg, die in Eigenleistung nutzbar gemacht wurde.

Die ersten Ausbildungen organisierten Robert Dupick, Lothar Baruth und Hans Jahn. Beliebtes Übungsobjekt in der Startphase war die alte Knochenmühle bei Schöneberge. Die Ausbildung zeigte Wirkung: 1967 belegte das THW Halver den dritten Platz beim Landeswettkampf des Luftschutzhilfsdienstes (LSHD) in Wesel.

Erste Jugendgruppe

Bereits 1969 wurde mit der Jugendarbeit begonnen, – sehr schwierig, da anfangs die Versicherungsfrage noch völlig ungeklärt war. Unter diesen ersten Jugendlichen im THW Halver – die Gruppe hatte nur wenige Jahre Bestand – war auch Klaus Kreide, der mit einigen nach anderen bald in den Bergungszug wechselte.

 

Auftrag

Im Ost-West-Konflikt standen sich hochgerüstete Streitkräfte gegenüber, mittendrin die Bundesrepublik Deutschland. Vor diesem Hintergrund trat im Juli 1968 das Gesetz zum Erweiterten Katastrophenschutz in Kraft. Das THW übernahm exklusiv den Instandsetzungsdienst, vor allem aber den Bergungsdienst. Ausbildung und Ausstattung waren konzipiert vor dem Hintergrund der Kriegserfahrungen: großflächig zerstörte Städte, Trümmer, versperrte Wege. Die wesentliche Ausstattung war deshalb tragbar verlastet. Bundesweit stellte das THW bereits 49.000 Helfer, die immer besser ausgerüstet und ausgebildet wurden. Der OV Halver war zu dieser Zeit Teil der 22. Luftschutz-Bergungsbereitschaft Rheinland-Westfalen-Lippe (22. LS-BB-RWL), zu der außerdem
Altena und Lüdenscheid gehörten.

Einsatz

Den Männern um Max Wallbrecher ging es nicht nur um die Hilfe im drohenden Verteidigungsfall. 1966 rückten sie zum Lennehochwasser nach Altena aus und noch einmal dorthin zum Krankenhausbrand, 1968 zum Waldbrand bei Neuenrade-Affeln. Im Dezember 1969 benötigten Lkw-Fahrer im Schneechaos THW-Unterstützung. Am Heiligabend 1969 evakuierte der Bergungszug nach einem Brand am Eichholz die betroffene kinderreiche Familie in eine Notunterkunft.