Die Aufbauzeit, 1970–1979

Einzelheiten aus der Aufbauzeit, 1970–1979

 

Farb- und Standortwechsel beim THW Halver: Von 1970 bis 1979 gewann der Ortsverband nicht nur an Schlagkraft und Format – auch das Khakibraun der ersten LSHD-Fahrzeuge wich einem kräftigen Ultramarinblau. An Einsatzfahrzeugen verfügte das THW Halver über drei Mannschaftskraftwagen (MKW) vom Typ Hanomag AL 28 und einen Gerätekraftwagen (GKW) von Typ Klöckner-Humboldt-Deutz Magirus 120 A-L D 10. Der zur Bergungs-Bereitschaft zählende Funkkommandowagen (FuKoW), ein
DKW Munga, war in Altena stationiert. Sie alle wurden um 1978 auf die THW-Farbe Ultramarinblau umlackiert.

1971 musste der Ortsverband den Rücktritt des Ortsbauftragten Max Wallbrecher verkraften. Das Amt übernahm kommissarisch Zugführer Gerhard Erdmann. Im März 1974 wurde er dann offiziell zum Ortsbeauftragten bestellt. Die Funktion des Zugführers übernahm kommissarisch Detlev Hilger.

Neubau der Unterkunft

Zum 10-jährigen Bestehen veranstaltete das THW Halver 1974 einen Öffentlichkeitstag auf dem Wippermann-Gelände an der Frankfurter Straße. Bürgermeister Werner Bauckhage nahm an diesem Wochenende den ersten Spatenstich für den Neubau der Unterkunft an der Löhbacher Straße vor.

Hinzu kam im September 1975 der Umzug in die passgenau errichtete neue Unterkunft an der Löhbacher Straße, wo der OV Halver noch heute zu Hause ist.

Ein spektakulärer Einsatz wurde 1979 absolviert: Die Sprengung des 32 Meter hohen Schornsteins der ehemaligen Firma Krägeloh in Schalksmühle. Zwei Jahre zuvor hatte das THW Halver die Sprengung des Halveraner Wasserturms zwar vorbereitet, aus formellen Gründen dann aber doch nicht ausführen können. Seit 1982 verfügt der Ortsverband mit Rolf Wunderlich sogar über einen Sprengmeister – der Kontakt kam bei der Sprengung einer Eisenbahnbrücke bei Halver-Oberbolsenbach zustande.

Erste Großübungen wurden in Ahrweiler oder Münster organisiert. Diese organisationsübergreifenden Wochenendübungen legten den Grundstein für die bis heute enge Zusammenarbeit im örtlichen Katastrophenschutz.

 

Auftrag

In den 1970er Jahren stand für das THW der Verteidigungsfall im Mittelpunkt des Auftrags, entsprechend auch der Ausbildung. Das Retten und Bergen Verletzter aus beschädigten Gebäuden war zentrales Übungsthema – ganz so wie es die Erinnerungen aus den Bombennächten des Zweiten Weltkriegs noch einforderten.

Einsatz

1970 wurde das THW Halver beim Rheinhochwasser eingesetzt. Bereits im Januar hatte es rund um Halver technische Hilfeleistungen nach starken Schneefällen gegeben. Als der Schnee im Februar taute, half das THW, die Wassermassen an der Volme zu bändigen. Weitere Alarmierungen: 1973 Eisenbahnunglück in Radevormwald, 1979 Großbrand Firma Boucke an der Von-Vincke-Straße und Pumparbeiten nach einem Erdrutsch an der Viktoriastraße in Schalksmühle.