Im Einsatz, vor Ort und überregional. 2000–2013

Einzelheiten aus den 2000er und frühen 2010er Jahre

 

Zu Beginn des neuen Jahrtausends war es besonders der neue Leiter der Feuerwehr Halver, Hans-Eberhard Kopp, der ein neues Kapitel in der Zusammenarbeit aufschlug und auch in der alltäglichen örtlichen Gefahrenabwehr auf das Potenzial des Technischen Hilfswerks zurückgriff.

Aufbau der Fachgruppe Beleuchtung

Für den Ortsverband Halver brach danach unter dem seit Mai 2001 amtierenden neuen Ortsbeauftragten Sven Annowsky das Jahrzehnt des Lichts an. Ein engagierter Helferkreis widmete sich mit Leidenschaft der optimalen Ausleuchtung von Einsatzstellen. Die teils beruflich vorbelasteten Tüftler entwickelten in Zusammenarbeit mit einer Werdohler Fachfirma einen besonders leistungsstarken Scheinwerfer, der bald bundesweit im THW eingeführt wurde.

Der OV Halver konzipierte im Auftrag der THW-Leitung die einsatztaktische Forderung, das Lichtmast- und das Verlastungskonzept auf dem Einsatzfahrzeug. Nach dem Vorbild der Halveraner Pilotfachgruppe wurden in der Folgezeit bundesweit neue Fachgruppen Beleuchtung aufgestellt.

Umdenken in der Gesetzgebung

Die Terroranschläge in New York 2001 führten zu einem Umdenken in der Gesetzgebung: Nach der Überwindung des Kalten Krieges wurde dem Bevölkerungsschutz wieder die nötige Aufmerksamkeit zuteil. Es gab eine neue, funktionale Einsatzbekleidung, die nicht zuletzt das Selbstwertgefühl der THW-Helfer förderte und auch deren Wahrnehmung in der Öffentlichkeit erheblich verbesserte.

Einbindung in die Alarm- und Ausrückordnung

Doch erst mit der Einführung der digitalen Meldeempfänger 2003 bestand endlich auch die technische Voraussetzung, die THW-Einsatzkräfte in Halver unmittelbar alarmieren zu können. Die Feuerwehr Halver konnte somit das THW in der Alarm- und Ausrückordnung (AAO) fest einplanen, und das THW Halver konnte Ausrückzeiten von etwa 15 Minuten sicherstellen.

Vor Ort in Halver bescherten insbesondere die Lichtexperten dem THW zahlreiche Nachteinsätze. Bei Bränden, schweren Unfällen oder der Vermisstensuche kam die innovative Lichttechnik immer wieder zum Einsatz. Ebenso bei Großverantaltungen im Ruhrgebiet, beim Elbehochwasser in Sachsen, – selbst beim G8-Gipfel im Juni 2007 in Heiligendamm erstrahlte Halveraner Lichttechnik.

„40 Jahre THW Halver“ hieß es im Juni 2004 in der Unterkunft an der Löhbacher Straße. Im THW waren zu der Zeit aktiv: Sven Annowsky, Thorsten Berger, Mike Baur, Björn und Marvin Braun, Gunnar Breinig, Friedhelm und Belinda Broska, Thorsten Busch, Christof Crone, Michael Dienstuhl, Gerhard Erdmann, Stefan Fleckenstein, Daniel Hackwerth, Oliver Hageböck, Torsten Helmich, Ira Herberg, Tobias Heßmert, Friedhelm Holthaus, Lars Kartschewski, Joachim Kiera, Christian Kluger, Hans-Ulrich Koepernik, Bastian Kolb, Björn und Patrick van der Kolk, Andreas Lambeck, Jörg Lüttringhaus, Nils Lütze, Friedrich Müller, Matthias Nagel, Matthias Oelke, Jens Parthey, Markus Petschulat, Jens, Deborah und Kevin Piepenstock, Sebastian Pioch, Paul Potaczek, Sascha Prüß, Daniel Schaller, Klaus Schliek, Christian Schriever, Christian Schröder, Dennis Schürfeld, Anna Sieg, Steve Simanek, Ralf Sokolowski, Stephan Stahlschmidt, Eva Steins, Christian Stödter, Heinz Tackmann, Sebastian Tappe, Christopher Tausch, Eric Tintelnot, Marco Trosien, Björn Uphoff, Stylianos Vasiloudis, Ben Marco Volkmann, Markus Walder, Hans-Peter Wendel, Horst Wilhelm und Rolf Wunderlich.

Freiwilligen- statt Freigestelltenorganisation

War der Dienst im THW früher vor allem attraktiv, weil er die Freistellung vom Wehrdienst bedeutete, so konnte das THW auf diesem Weg seit den 1990er Jahren kaum noch Zulauf verzeichnen. Das THW Halver hatte daher früh erkannt, dass ein Wandel von einer Freigestellten- zu einer Freiwilligenorganisation nötig war, – und diesen auch erfolgreich vollzogen. Als 2010 die Wehrpflicht ausgesetzt wurde, sahen die meisten Halveraner Aktiven ihr Engagement somit bereits vor allem als Hobby, als eine Verpflichtung aus Überzeugung von der Sache.

Im Sinne der neuen Aufgabenstruktur sorgten die Helferinnen und Helfer bei auch vielen Großveranstaltungen für Sicherheit. Das reichte über örtliche und regionale Anlässe (Autofreies Volmetal, Loveparade, Still-Leben Ruhrschnellweg auf der A 40) bis zum Weltjugendtag 2005 in Köln und den Spielen der Fußballweltmeisterschaft 2006 in Dortmund. Hinzu kamen schwierige Einsätze, die zeigten, dass das Technische Hilfswerk gebraucht wird.

Ein kleiner Querschnitt: Orkantief Jeannette 2002, Bekämpfung der Schweinepest 2006 im Kreis Recklinghausen, ein Behelfsbrückenbau über die Hälver bei Firma Lumberg, ein weiterer über die Volme bei Meinerzhagen.

Großeinsatz beim Elbehochwasser

Die Halveraner Helfer erlebten im August 2002 beim Elbehochwasser den ersten längeren überregionalen Großeinsatz. Aus Halver fuhren nacheinander drei Gruppen nach Sachsen, eine vierte Tour führte an die untere Elbe oberhalb von Hamburg. Im sächsischen Pirna wurde ausgeleuchtet und gepumpt. Im nahen Müglitztal im Erzgebirge hatte das Flüsschen beim Hochwasser so massive Schäden verusacht, dass die Helfer nur mit einem Bundesgrenzschutz-Hubschrauber dorthin gelangen konnten. Weesenstein und Dohna waren dort die Einsatzorte.

Ein Hilfsgütertransport ins rumänische Jimbolia war 2002 ein weiterer außergewöhnlicher Auftrag.

Sämtliche Einsatzkräfte von Feuerwehren, Rotem Kreuz und THW waren 2007 gefordert, als der Orkan Kyrill im Sauerland wütete. Hektarweise wurden ganze Wälder entwurzelt, Straßen blockiert und Gebäude beschädigt. Die aus Fördermitteln beschaffte 5000-Liter-Schmutzwasserpumpe bewährte sich bei ihrem ersten Großeinsatz im Jahr 2008: In Dortmund-Marten stand nach dem Ausfall eines Pumpwerks ein ganzer Stadtteil unter Wasser.

Verzahnt in der THW-Struktur

Das THW ist auf überörtliche Hilfe gut vorbreitet. Wird spezielles Material aus anderen Ortsverbänden benötigt, kann dies jederzeit umgehend abgerufen werden, egal ob ein Bagger, Abstütztechnik oder 5.000 Sandsäcke benötigt werden. Diese schaffte das THW 2010 herbei, als Teile von Oberbrügge gegen das Volmehochwasser geschützt werden mussten.

Umgekehrt hat auch das THW Halver schon Material entsandt, das bei Einsätzen in Schweden oder Ägypten benötigt wurde. Halveraner Lichttechnik wurde 2010 zum THW-Erdbebeneinsatz nach Haiti geflogen.

Zwischen diesen gelegentlichen besonderen Aufgaben sind es immer wieder die Einsätze zur Unterstützung der Feuerwehr in Halver, die die ständige Einsatzbereitschaft und die Motivation der Helfer hoch halten. Bei größeren nächtlichen Feuerwehreinsätzen wie bei Bauernhof- und Industriebränden wird das THW in Halver immer mit alarmiert.

Wieder Großeinsatz beim Elbehochwasser

Erneut war es im Juni 2013 ein verheerendes Hochwasser der Elbe, dass den Halveraner THW-Aktiven in Sachsen-Anhalt einiges abverlangte: In Jerichow kämpften die THW-Helfer gegen die steigenden Fluten an, es ging um Minuten. Mit Erfolg: Jerichow blieb verschont. Elbeabwärts bei Fischbeck musste der aufgeweichte Deich an mehreren Stellen gesichert werden. Über den Köpfen kreisten bereits die Hubschrauber: Nur einen Kilometer entfernt drohte ein Deichbruch – und geschah in der nächsten Nacht. 220 Quadratkilometer im Elbe-Havel-Winkel wurden überflutet. Nachdem Wust, einer der betroffenen Orte, bereits evakuiert war, schützten die THW-Helfer mit Erfolg einen höher gelegenen Ortsteil mit Sandsäcken. Eine Besonderheit des Elbehochwassers 2013 war, dass hier erstmals fast alle Ortsverbände aus dem Geschäftsführerbereich Dortmund gemeinsam eingesetzt wurden, darunter Halver, Lüdenscheid, Altena und Balve.